Vor dem Start der neuen Saison 2026/27 fordern mehrere Vereine der 2.
Bundesliga von der Deutschen Fußball Liga (DFL) spätere Anstoßzeiten, weil Nachmittagsspiele bei zunehmender Sommerhitze zum Gesundheitsrisiko für Spieler und Zuschauer würden.
Anlass ist der weiter vorgezogene Saisonbeginn: Während die Liga traditionell Ende Juli oder Anfang August startet, fallen die ersten Spieltage zunehmend in Phasen, in denen in weiten Teilen Deutschlands Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius am Nachmittag erreicht werden.
Begleitet wird der Start auch von Randthemen wie dem neuen Bundesliga-Spielball zur Saison 2026/27.

Warum stehen die Anstoßzeiten in der Kritik?

Im Zentrum der Debatte stehen die frühen Nachmittagsspiele, die aus Sicht der Klubs vor allem durch die Vermarktung der TV-Rechte geprägt sind.
Die 2.
Bundesliga wird in Deutschland von Sky und Sat.1 übertragen; die Verteilung der Begegnungen auf mehrere Anstoßzeiten – darunter der Samstagnachmittag um 13 Uhr – soll möglichst viele Spiele exklusiv im Programm platzieren.
Genau diese frühen Termine geraten nun unter Druck.
Vereinsvertreter argumentieren, dass eine direkte Sonneneinstrahlung auf das Spielfeld und auf nicht überdachte Tribünen die Belastung für alle Beteiligten erheblich erhöhe.

Medizinische Fachverbände weisen seit Längerem darauf hin, dass intensive körperliche Belastung bei großer Hitze das Risiko von Kreislaufproblemen, Hitzschlag und Leistungseinbrüchen steigert.
Bei einem Fußballspiel über 90 Minuten legen Feldspieler regelmäßig mehr als 10 Kilometer zurück.
Klubs verweisen darauf, dass auch in vielen Stadien der 2.
Liga ein großer Teil der Stehplätze und Sitzplätze unüberdacht ist und Zuschauer dort über Stunden der Sonne ausgesetzt sind.

Welche Maßnahmen bringen die Vereine ins Spiel?

Die Forderungen reichen von einer generellen Verlegung der frühen Samstagsspiele in die Abendstunden bis zu flexiblen Hitze-Protokollen.
Vorbild sind internationale Wettbewerbe, in denen bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte zusätzliche Trinkpausen – sogenannte Cooling Breaks – vorgesehen sind.
Diskutiert werden zudem kurzfristige Verlegungen einzelner Partien, sollte für den Spieltag eine amtliche Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes vorliegen.

Branchenbeobachter verweisen jedoch auf den Zielkonflikt mit den vertraglich vereinbarten Anstoßzeiten.
Die Erlöse aus den TV-Rechten zählen zu den wichtigsten Einnahmequellen der finanziell vorsichtig kalkulierenden Zweitligisten, und die zeitliche Entzerrung der Spiele ist Bestandteil der Vermarktung.
Eine pauschale Verschiebung sämtlicher Nachmittagsspiele müsste daher mit den TV-Partnern abgestimmt werden.
Marktteilnehmer halten einen Kompromiss für wahrscheinlicher, bei dem ein festgelegtes Temperaturlimit oder eine behördliche Warnstufe automatische Schutzmaßnahmen auslöst, ohne den gesamten Spielplan umzustellen.

Wie könnte die Liga reagieren?

Eine Entscheidung liegt bei der ohnehin wegen ihres Spielmodus in der Kritik stehenden DFL, die in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Vereinen den Spielplan festlegt.
Bislang gibt es für die 2.
Bundesliga kein verbindliches Hitze-Regelwerk, das klare Schwellenwerte für Trinkpausen oder Verlegungen definiert.
Mehrere Klubs dringen nun darauf, vor dem ersten Spieltag eine einheitliche Regelung zu vereinbaren, um Einzelfallentscheidungen kurz vor Anpfiff zu vermeiden.

Die Diskussion fügt sich in eine breitere Debatte über die Auswirkungen wärmerer Sommer auf den Profisport ein.
Auch in anderen Sportarten werden Wettkämpfe zunehmend in kühlere Tageszeiten verlegt.
Für die 2.
Bundesliga dürfte die Frage, ob und wie früh ein Spieltag in der Hitze angepfiffen wird, damit über diese Saison hinaus relevant bleiben.